25. Stefan Rethfeld:
Architekturstadt Münster: drei Projekte

Die hohe Identifikation der Münsteraner mit ihrer Stadt hat Tradition. Kaum ein Buch der Stadtgeschichte, welches nicht sogar von der „Liebe zur Stadt“ spricht. Auch heute wird von einem besonderen „Münster-Gefühl“ gesprochen: viele sehen sich in besonderer Weise mit ihrer Stadt verbunden. Alles bestens, möchte man meinen. Doch reicht allein Gefühl? Ein noch größeres Selbstbewusstsein erlangt sicher die Stadt, die noch neugieriger auf sich selbst ist. Die ihre Struktur analysiert, ihre Stadtentwicklung erforscht, ihre Architektur erkundet – die vergangene, aktuelle und zukünftige. Denn erst hierin werden Mikro- und Makro-Eigenschaften einer Stadt benennbar und unterscheidbar. Spezifische Zukunftslösungen für eine Stadt werden erst dann möglich, wenn sich die Stadt selbst bewusst ist.

Münster bietet für diesen öffentlichen Prozess gute Voraussetzungen: eine bewegte Geschichte, eine gesunde Größe, traditionelle Akteure wie Kirche, Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, öffentliche Kulturinstitutionen, engagierte Unternehmer – und vor allem die Neugier der Bewohner. Anhand von ersten Projekten, die in Kooperationen mit Politik und Verwaltung, mit Kulturinstitutionen, mit Unternehmen, Hochschulen sowie den Medien entstanden sind, soll aufgezeigt werden, wie eine Stadt mehr und mehr beginnt, sich als „Architekturstadt“ zu begreifen.

Stefan Rethfeld, geb. 1970 in Münster, 1992–1999 Architekturstudium an der Technischen Universität Berlin und in Wien, seit 1999 selbstständig als freier Architekt und Journalist; Initiierung, Konzeption und Realisierung zahlreicher Projekte im Schnittfeld Architektur und Politik; tätig für BauNetz, Bundesgeschäftsstelle Bund Deutscher Architekten BDA, Goethe-Institute, Zwischen Palast Nutzung, Konrad-Adenauer-Stiftung. Seit 2005 verstärkt Projekte mit Münster-Bezug. Seit 2009 Promotionsstipendiat der Stiftung Deutscher Architekten / TU Dortmund mit einer Arbeit zum Werk des Architekten Harald Deilmann (1920–2008).

www.architekturstadt.ms

12. Andreas Heupel:
Die Medienfassade der PSD Bank

12. Andreas Heupel:<br />Die Medienfassade der PSD Bank

Der Neubau der PSD Bank besetzt einen Ort voller Leben: Hier verbindet sich Stadt mit Gewerbe, Arbeiten trifft auf Freizeit, hier wird der Hafen Teil der Stadt. Der langgestreckte, sechsgeschossige Baukörper integriert sich selbstbewusst in die umgebende Bebauung und adaptiert mit seinem Farbspiel die Tonigkeit der Nach­barschaft. Das innere Leben des Gebäudes ist geprägt von größtmöglicher Transparenz. Verglaste Innenwände und eine reduzierte Materialsprache sorgen für eine ruhige, großzügige Arbeitsatmosphäre.

Am Kopf des Gebäudes ist die 200 m2 große Medien­ fassade das sichtbare Zeichen des Wandels. Die auf ihr gezeigten Inhalte ändern sich mehrmals im Jahr und sind übrigens werbefrei – so setzt die Medienfassade im Stadt­raum immer wieder neue künstlerische Akzente.

Andreas Heupel studierte Architektur in Münster und Blacksburg, Virginia. In den folgenden 13 Jahren trug er im Büro von Prof. Josef P. Kleihues in leitender Position wesentlich zur Realisierung von Schulen und Museen in Nordrhein­-Westfalen sowie von Hochhäusern in Berlin bei. 2001 gründete er das Büro Andreas Heupel. Von der Universität Dortmund erhielt er Lehraufträge am Lehrstuhl für Entwerfen und Baukonstruktion. Neben der PSD Bank ist er unter anderem mit für die Kaigestal­tung des münsteraner Hafens verantwortlich.

www.heupel-architekten.de