Programm VI (04.2012–09.2012)

gdms_programm_6-1Grau ist der Alltag und grau ist alle Theorie.

(… zumindest aus der Ferne)

In seiner Farbenlehre bezeichnet Goethe die Grauskala sogar als „das Trübe“. „Graue Herren“ stehlen in dem Buch „Momo“ von Michael Ende den Menschen ihre Zeit. Nein, Grau hat wirklich keinen guten Ruf. Grau steht für langweilig, spießig, bürokratisch, alt, traurig, trostlos, unglamourös und andere wenig erfreuliche Begriffe mehr. Dabei kann Grau bei näherer Betrachtung durchaus faszinierend sein. Allein die RAL-Palette benennt 38 verschiedene Grautöne: von Fehgrau über Silbergrau, Olivgrau und Mausgrau bis hin zu den Tele-Graus und Perlmausgrau. Grau ist eine Frage von Nuancen.

Und wenn man bunte Farben gleichmäßig mischt, entsteht – Designer wissen das natürlich – grau. Es kommt eben auf den Betrachtungsabstand an. Mit unserem neuen, inzwischen dem sechsten, Halbjahresprogramm wollen wir wieder ganz nah ran. Und für sechs Abende mit spannenden Vorträgen etwas Farbe in den grauen Designeralltag bringen.

Möglich wurde dieses Programm wieder durch den Einsatz von vielen Menschen, die sich mit persönlichem Einsatz und Begeisterung engagieren und damit aus der grauen Masse herausragen.

Den Anfang macht am 2. April die Rechtsanwältin Jutta Löwe mit juristischen Grauzonen bei „Social Media und Recht“. Am 7. Mai geht es um unsere grauen Zellen: Der Psychologe Meinald Thielsch beleuchtet die „Psychologie des Webdesigns“ aus wissenschaftlicher Perspektive. Der 4. Juni ist der Deutsche Aktionstag Nachhaltigkeit. Dass dieses Thema mehr als die Verwendung von grauem Umweltpapier bedeutet, zeigt Bert Odenthal und stellt verschiedene Möglichkeiten für klimaneutralen Druck vor. Um den typografischen Grauwert geht es bei den Schriftentwürfen, die Jakob Runge und Max Kostopoulos von 26+ am 2. Juli vorstellen. Am 6. August dreht es sich alles um Graupappe, Karton & Co., wenn Frank Kappl die Herstellung und Gestaltungsmöglichkeiten von Papier erläutert. Dazu bieten wir am 10. August erstmals auch eine Exkursion an: den Besuch des Papierwerks Meerssen. Wer bei „Basteln“ nur an eine Beschäftigung für graue Regentage denkt, wird am 3. September staunen, wenn Peter Dahmen erzählt, wie dank Social Media aus seinem Hobby ein gut laufendes Geschäft geworden ist.


02.04.2012

31. Recht und Social Media

Jutta Löwe, Rechtsanwältin, Münster


07.05.2012

32. User Experience: Die Psychologie im Webdesign

Dr. Meinald Thielsch, Diplom-Psychologe, Westälische Wilhelms-Universität Münster


04.06.2012

33. Design – nachhaltig und klimaneutral?

Bert Odenthal, Designer, Münster


02.07.2012

34. 26+ – Schriftentwürfe, Letterings und Type Design Workshops

Jakob Runge, Kiel, und Max Kostopoulos, Mainz


06.08.2012

35. Papier und Gestaltung

Frank Kappl, Papierberater, Freytag & Petersen, Dortmund


10.08.2012

Exkursion: Papierwerk Meerssen/NL


03.09.2012

36. Pop Up! – Papierkunst, Herzblut und Millionen Klicks

Peter Dahmen, Designer, Dortmund


 

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