55. Francesco Murru:
Serendipität – ungeschützter Kreativitätsverkehr

Serendipität – Sie werden davon vielleicht noch nie gehört haben, sie aber bestens verstehen. Serendipität ist nämlich uns allen eigen und schlummert still in uns. Sie bedeutet unter anderem:

  • etwas Unerwartetes finden, während man etwas Anderes sucht;
  • im Verlauf einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit ein unvorhergesehenes, von der Norm abweichendes, aber strategisches Faktum finden, das neue Theorien zulässt;
  • etwas finden, das man sucht, wobei aber Ort und/oder Moment und/oder Weise völlig unerwartet sind;
  • etwas finden, das wertvoller ist als das Gesuchte.

Serendipität ist mehr als die Summe der Einzelteile; sie ist eine Überraschung, ein fehlender Mosaikstein, ein willkommener Fehler, das Unerwartete. Vielleicht ist die Serendipität für einige gerade deshalb ein Abbild des Lebens, weil sie – wie das Leben selbst – nur äußerst schwierig in Kategorien, Klischees und Gewohnheiten einteilen lässt. Serendipität „ist“, wie auch das Leben „ist“; sie „geschieht“. Es gibt eine geistige Haltung, die in der Tat das Entstehen von neuen Ideen und Serendipität fördern kann: nämlich die Überzeugung, dass alles einen „Sinn“ hat, alles eine Anfrage an mich ist und mir gehört.

Francesco Murru, 1972 in Oristano/Italien geboren, studierte in Italien und Russland Fremdsprachen, Literaturwissenschaften, Theologie, Soziologie und Kirchengeschichte. 2009–2013 studierte er in Münster Design. Er ist vielseitig musikalisch begabt, spielt Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Seine eigene Definition von Serendipität lautet: „Ein wahrgenommener, vom Zufall bestimmter Augenblick, in dem sich mindestens zwei Impulse kreuzen, mit der Folge, dass etwas Neues entsteht: eine Idee, ein Produkt, ein Rezept, eine Entscheidung, eine Wende …“

www.francescomurru.com

  • 19. Juli 2014 um 15:05
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    spannendes Thema – weiter so

  • 19. Juli 2014 um 15:06
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    ein verheißungsvoller Titel mit sehr wenig praktischem Nutzen – Die Ansätze der anschließenden Diskussion waren z.T. spannend

  • 19. Juli 2014 um 15:06
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    Das Thema inspiriert und der Versuch es zu fassen – im Vergleich zu anderen Terminen hätte es mehr Zeit haben dürfen

  • 19. Juli 2014 um 15:06
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    Interessantes Thema und neue Begrifflichkeit

  • 19. Juli 2014 um 15:06
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    gut gegliedert – Zufall ans Ende